Back in Phnom Penh

Ich bin zurück in Phnom Penh.

Die kurze Reise nach Siem Reap hat mir sehr gefallen und der Besuch der Tempelanlagen war einfach unglaublich. Es ist schon toll, so etwas gewaltiges zu sehen.

BBQ - Khmer Style

Die Stadt aber war mir dann doch zu überlaufen von Touristen. Es sind einfach Touristen überall wo man hinschaut und die ganze Stadt hat sich darauf ausgerichtet. Es gibt eine Partymeile, sogar schwule Bars, wie ich gestern Abend erfahren habe und eine Pub Street in der sich ein Pub an den anderen reiht. Ausgehen kann man hier wirklich gut das muss ich sagen.

Die Fahrt zurück mit dem Bus war dieses Mal prima. Es war ein Kleinbus aber dafür hatte ich Platz. Ich konnte mein linkes Bein ausstrecken da neben mir niemand sass und das war wichtig denn so sass ich wesentlich bequemer. Es ist immer unglücklich wenn ich die Beine nicht ausstrecken kann das macht mir Probleme.

Der ist vielleicht mit dem Bus geheizt, wir waren in knapp 5 Stunden da, im Gegensatz zum anderen Bus Express mit 6 Stunden.

BBQ - ganz links ist Krokodil

Ich kam ohne Rückenschmerzen in Phnom Penh an und das fand ich schon recht gut. Auch wenn nach wie vor mein Rücken Probleme macht, mal schauen wie es wird nach den Massagen, denn ich werde mir die nächsten Tage welche gönnen.

Auf der Fahrt über Land habe ich gesehen wie die Khmer wirklich leben. Sie leben in kleinen Hütten auf Stelzen. Aus Stelzen wahrscheinlich wegen der Temperatur, denn so kann unter der Wohnung am Abend es kühl durchziehen. Zudem wird der Unterraum genutzt zum Essen und zum täglichen leben.

Ich hatte versucht Polen zu kontaktieren, aber die Ansage sagt mir, dass es die Handynummer nicht gibt, die er mir gegeben hat. Das ist ja seltsam aber ok. Ich hatte ihm wie vereinbart noch eine Message geschrieben über gayromeo, denn dort haben wir uns kennen gelernt, aber bislang habe ich noch keine Antwort. Na, ich will es jetzt mal nicht beschreien, aber mir kommt das ein wenig seltsam vor, dass er sich nicht meldet. Er hat diese Woche frei und daher müsste er Zeit haben mal online zu gehen, aber vielleicht will er auch einfach nicht.

Der Grill, unten mit Holzkohle gefüllt oben die Pfanne mit Wasser - jeder hat seinen eigenen Grill

Man steckt halt doch nicht drin, denn die Kultur ist ja doch so sehr anders, und ich kann sicher die Menschen hier noch nicht richtig einschätzen. Wie es auch immer sei, ich habe die Nacht und den Tag mit Polen sehr genossen und auch wenn er sich nicht mehr melden sollte, so bin ich dankbar für diese wunderschöne Erfahrung.

Das Einzige was mich doch stutzig macht ist dieses Gefühl was ich hatte und habe wenn ich an ihn denke. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir das Universum so ein Gefühl schickt damit ich jemanden nur einmal sehe, ich glaube das einfach nicht. Wenn ich an ihn denke, so überkommt mich ein warmes Gefühl und alle Haare stehen mir zu Berge. Noch nie habe ich so ein Gefühl erlebt und ich glaube einfach nicht dass ich mich da so irren sollte. Eigentlich habe ich schon vor mich auf mein Gefühl zu verlassen und mehr auf meinen Körper zu hören. Wäre schön, wenn es dann auch klappt mit dem auf meinen Körper hören.

so sehen die meisten Häuser der Khmer aus auf dem Land

Jetzt aber noch einmal zu gestern. Gestern Abend war ich aus und habe mich mit einem netten Khmer getroffen. Eigentlich wollte ich mich nicht treffen, aber wir hatten vorher schon Kontakt und so habe ich gesagt auf ein Bier können wir uns ja treffen. Er ist sehr nett das muss ich sagen und sieht verdammt gut aus. Überhaupt muss ich noch mal sagen, die Khmer sehen überaus gut aus, ich glaube noch einen Tick besser als die Thailänder und ich dachte das geht gar nicht. Pich, so heisst der nette Khmer lächelte mich gleich über beide Backen an. Das passiert mir ja hier häufiger und ich führe es darauf zurück, dass ich aus einer anderen Kultur komme. Er nahm gleich meine Hand streichelte sie und man merkte er möchte mehr.

Ich aber wollte mit ihm nicht ins Hotel und zudem musste ich um 7 Uhr heute morgen aufstehen, da der Bus recht früh los ging. Also sagte ich ihm dass ich noch auf ein Bier in den Temple Club eine Bar in der Pub Street gehe und ich wollte alleine noch ein Bier zum Abschluss trinken. Er war nicht glücklich darüber und man merkte er wollte gerne mit mir ins Hotel.

Die Hütten sind einfach und meist mit Holz oder Stroh / Reis

Eines muss ich an dieser Stelle mal ganz offen sagen. Ich weiss nicht was mit mir los ist hier. Die tollsten Männer laufen in Scharen um mich herum am Abend könnte ich mit 5-6 ins Bett gehen oder mehr und ich mache es nicht. So etwas ist mir noch nie passiert. Vielleicht werde ich ja alt, vielleicht zeigen sich jetzt doch die 51 Jahre. Ich habe keine Ahnung bin aber ein wenig verstört mit dem was hier passiert. So einen Mann wie Pitch hätte ich nie im Leben abgelehnt vor einem halben Jahr und jetzt bietet er sich an und ich nehme ihn nicht mit ins Hotel.

Irgendwas ist anders, ich weiss nicht was es ist aber es ist schon seltsam.

Eine interessante Erfahrung hatte ich dann noch gestern im Tempel Club. Ich sah einen netten blonden Mann tanzen mit seinen Freundinnen und er sah verdammt gut aus. Ich schaute ihn manchmal an und ich dachte nur wie kann man nur so verdammt gut aussehen. Nach kurzer Zeit auf einmal steht er neben mir, spricht mich an und streichelt mich. Ich dachte was passiert denn hier. Er heisst Declan und ist aus Australien. Ein wirklich toller junger Mann der mich fasziniert hat. Ich aber musste ins Hotel und konnte so nicht länger mit ihm die Zeit verbringen. Also sind es nicht nur die Khmer die mich toll finden, aber das ein “weisser” Mann Anfang 20 mich toll finden kann, das hätte ich nicht gedacht. Danach habe ich mal in den Spiegel geschaut um herauszufinden was denn hier los ist. Naja ich finde mich nicht so besonders gut aussehend aber trotzdem bin ich schon ganz zufrieden mit mir selber, mit Anfang 50 könnte es schlimmer sein denke ich.

Gestern Abend dann hatte ich vor dem Treffen ein wunderbares Essen, BBQ das dort typische Gericht. Ich hatte es ja schon am Abend vorher mit Fisch gegessen, gestern Abend aber wollte ich es wissen. Es ist ja eine Art Grill wobei im Wasser das Gemüse und die Nudeln gleichzeitig gegart werden. Ich bestellte eine Mischung aus Rindfleisch, Tintenfisch, Hühnchen, Krokodil und Schlange.

Ja, richtig, ich habe noch nie Krokodil und ebenso noch nie Schlange gegessen daher wollte ich das einfach mal probieren. Für diejenigen, die das noch nie probiert haben, Schlange ist so ähnlich wie Tintenfisch aber etwas zäher, und Krokodil schmeckt so wie eine Mischung aus Rindfleisch und Hähnchen, also recht schmackhaft. Schlange müsste ich jetzt nicht unbedingt noch einmal haben, aber sollte ich mal im Urwald alleine unterwegs sein und nichts mehr zu essen haben, weiss ich zumindest wie ich mich jetzt ernähren könnte.

Achja heute ist Valentinstag, und ich hätte ihn fast vergessen. In Mexiko werden heute nicht nur die Partner sondern auch die Freunde beschenkt, denn er nennt sich Tag der Freunde. So bekommt jeder eine Kleinigkeit von einem oder von mehreren Freunden, eine schöne Idee wie ich finde.

Was mir heute auffällt, ich sehe einige junge Menschen mit einer Blume in der Hand, naja manchmal denke ich, es wäre ja schön, hätte auch jemand eine Blume für mich.

Danke noch an Florian für Deinen tollen Kommentar und ebenso danke an Micha, schön dass Du weiterhin den Blog verfolgst und an mich denkst, Euch beiden alles Liebe.

Bevor ich es noch vergesse, in der Pub Street habe ich öfter Lokale gesehen auf welchen zu sehen war: Khmer and I am proud of it. Das las ich auf Schildern und auf vielen T Shirts der jungen Männer die in den Bars bedient haben. Schön, dass es hier so ein selbstbewusstes Auftreten gibt und das die junge Generation stolz darauf ist Khmer zu sein. Ich finde es ist wichtig, dass sich eine Kultur nicht hinter sich versteckt und gerade was Kambodscha alles erlebt hat da ist es schön zu lesen dass man stolz auf sich ist.

Heute ein Zitat über das Thema Armut von Franz Werfel:

“Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen”