Nachdem ich die erste Nacht recht unruhig verbracht habe, zudem auch mit wenig Schlaf, war ich alles andere als ausgeruht. Ich war froh, dass ich meinen Begleiter morgens wieder los wurde ohne dass er etwas hat mitgehen lassen, zumindest habe ich es bislang nicht bemerkt.
Das Hotel werde ich wechseln, es liegt so abgelegt, dass ich bis ins Zentrum 1 Stunde brauche, eine halbe Stunde zu Fuss bis zur Metro MTR hier genannt, und dann muss ich noch in die BTS den Skytrain umsteigen um zur Schule zu kommen. Das ist mir dann doch zu viel und zudem ist das Zimmer wirklich nicht toll. Ok es gibt keine Insekten und der Ausblick ist wunderbar, nur ist mir das einfach zu abgelegen und wenn ich um 9 Uhr in der Schule sein will muss ich um 7.30 aufstehe, was mir dann doch zuviel ist.
Heute morgen ging es dann in die Schule. Mein Begleiter Aof hat mich dort hin gebracht und so habe ich das schnell gefunden. Jetzt kenne ich den Weg und bekomme den Rest alleine hin. Ich werde mit Sicherheit Aof keine weitere Möglichkeit geben mich zu berauben, auch wenn er wirklich süss ist, aber mit 21 Jahren sollte man nicht so abgewichst sein und nette Touristen ausnehmen wollen.
Überhaupt wollen hier alle bei mir nachts übernachten, dem werde ich sofort einen Riegel vorschieben und werde Nachts alleine sein. Ich vertraue hier erst einmal keinem und auch wenn es das Land des Buddhismus ist, so denke ich ist der Begriff Buddhismus zumindest hier in Bangkok sehr dehnbar.
In der Schule angekommen gab es als erstes eine gratis Klasse. Tolle Idee, denn man hat hier eine alternative Lernmethode. Ich sitze also in der Klasse und der Unterricht geht los. Zwei Lehrer unterhalten sich vor unseren Augen natürlich auf Thai. Ich verstehe Bahnhof oder anders gesagt nix.
Das ändert sich so nach einer halben Stunde wo ich dann mal gerade 2 Wörter gelernt habe die ich sofort wieder vergesse.
Ich lasse mich aber nicht entmutigen und buche einen Kurs mit 30 Stunden. Ich will es scheinbar wirklich wissen. Nach der 2. Stunde habe ich schon 10 Wörter gelernt die ich anschliessend auch wieder alle vergessen habe.
Da noch eine Frau im Kurs war, die genauso seltsam fragend geschaut hat wie auch ich bin ich froh nicht der einzige Dumme dort zu sein. Unter den Schülern ist ein “älterer Herr” in meinem Alter, welcher schon 35 Jahre in Thailand lebt und jetzt einen Anfängerkurs macht. Naja da bin ich mit einem Tag in Thailand ja doch was besonderes. Man wundert sich dann im Kurs dass ich direkt nach dem Flug anfange zu lernen und fragt sich wohl ob ich nicht schlafen muss.
Ich bin offen gesagt nicht so ganz sicher ob das was ich hier mache wirklich richtig ist, aber gibt es richtig oder falsch? Ich wundere mich nur über meinen Mut diese Sprache lernen zu wollen, oder ist es einfach Selbst Überschätzung? Ich weiss es nicht. Jeden Tag kann ich wählen wie viele Stunden ich machen möchte. Heute nach 2 Stunden habe ich erst mal die Nase voll und fühle mich ziemlich doof. Jetzt suche ich mir online erst einmal ein anderes Hotel hier im Zentrum damit ich es nicht so weit zur Schule habe.
Gestern war ich mit meinem Begleiter Aof noch sehr gut Thailändisch essen. Es ist scharf wenn man es scharf haben will aber sündhaft lecker. die Küche sagt mir absolut zu und ich werde sicherlich die Zeit hier mit überaus schmackhaftem Essen verbringen. Schön an dieser Küche ist, dass man etwas bestellt es in die Mitte vom Tisch kommt und jeder am Tisch mit ist. Ich finde es sehr schön so zu teilen und habe das Essen gestern richtig genossen.
Jetzt sitze ich im Starbucks, ja es gibt sie nicht nur in Mexiko sondern auch in Thailand. Das Internet muss man mit 300 Baht extra Zahlen was in etwa 8 Euro sind. Naja da ich immer im Starbucks sein werde mache ich diese Investition. Der grüne Tee, den ich immer getrunken habe in Mexiko gibt es hier nicht. Es gibt grünen Tee, der aber etwa 3,50 Euro kostet und somit ziemlich teuer ist. Dafür aber ist er sündhaft lecker. Es ist eine grüne Masse die mit Wasser vermischt wird. Cream Tea nennt sich das und er ist wirklich cremig.
Jetzt bin ich in Barcelona zusammen mit Manfred.
Manfred hilft mir ein wenig die Dinge zu packen, die ich nach Teneriffa schicken möchte. Ted und ich haben wirklich toll zusammen gelebt und er würde sich freuen wenn ich öfter auf Teneriffa sei würde. Nun auch ich fühle mich unglaublich wohl mit Ted. Es ist schon unglaublich kaum bin ich weg vermisse ich ihn und unsere Ritualien, ihm geht es glaube ich genauso. Schön, wenn man mit einem Menschen so verbunden ist.
Da mein Lebensmittelpunkt doch eher Teneriffa sein wird, zumindest fühle ich das im Moment, werde ich von Barcelona noch ein paar Dinge nach Teneriffa schicken. Unter anderem mein Piano und weitere Kisten werden nun den Weg nach Teneriffa finden. Es ist schon witzig, erst schicke ich alles nach Barcelona und dann schicke ich die Dinge wieder zurück nach Teneriffa.
Gestern hatte ich noch einen netten Franzosen hier in Barcelona kennen gelernt und er würde wohl gerne mehr mit mir haben als nur ab und zu Bett. Er ist wirklich nett, und doch habe ich nicht das gefühlt was ich fühlen sollte.
Der werte Leser erinnert sich noch an meinen vorherigen Blog, wo ich ja die Vision auf dem Laufband hatte und meinen zukünftigen Partner schon einmal spüren durfte. Seit dem ich dieses Gefühl hatte, welches so warm und intensiv war, versuche ich die Menschen zu fühlen. Es mag Euch sicherlich verrückt vorkommen dass ich so etwas mache, aber ich glaube es geht. Meistens, also eigentlich immer fühle ich nichts, das heisst ich fühle eine komplette Leere. Ganz selten fühle ich ein leicht warmes Gefühl und das bei Menschen wo ich es nicht erwarte. Zum Beispiel fühlte ich im Sportstudio ein leicht warmes Gefühl bei einem Menschen der überhaupt nicht gut aussah, und bei anderen die toll aussahen und wo ich gerne mehr haben würde, fühlte ich gar nichts. Bei Ted fühle ich auch ein warmes äusserst angenehmes Gefühl und das jetzt in diesem Moment wo ich an ihn denke. Die Seele gehört eben auch dazu. Und dieses tolle Gefühl möchte ich gerne bei meinem neuen Freund haben, denn ich habe ihn schon gespürt. So werde ich also in Asien nicht nur das äussere der Menschen sehen, sondern auch die Menschen fühlen, mal sehen wie es klappt.
In den letzten Tagen und Wochen hatte ich bereits über Internet Kontakt zu einigen Thailändern und Vietnamesen. Wirklich nette Menschen muss ich sagen und sie sind so ganz anders als wir hier in Europa.
Einen netten Menschen lernte ich schon kenne, Nest heisst er “Netr” wird es wohl auf Thailändisch ausgesprochen. Er hat eine Ausbildung zum Mönch und hat eine Zeit im Tempel gelebt. Er geht unglaublich nett mit mir um und jedes Mal ist es eine Bereicherung mit ihm zu sprechen. Er sieht zudem überaus gut aus, ja mehr als das. Wenn ich ihn so sehe würde ich sagen er ist der perfekte Partner. Aber es fehlt noch ihn zu fühlen, das geht dann eben über die Entfernung nicht.
Dann kenne ich einen weiteren lieben Kerl, er sieht nicht besonders gut aus, aber ist ebenso überaus nett. Er hat einen wunderschönen Körper, sein Gesicht ist ein wenig von Akne geplagt. Er wollte gerne neben mir schlafen und so haben wir schon zwei Nächte virtuell nebeneinander verbracht. Wie schön, immer neue Ideen.
Es wird also spannend werden. Das Reisefieber stellt sich so langsam ein und ich freue mich sehr auf diese Reise. Wenn ich an diese Reise denke so fühle ich, dass es eine der wichtigsten Reisen in meinem Leben wird. Warum das so ist, kann ich nicht sagen.
Heute ein etwas längeres Zitat von meinem Lieblings Autor Khalil Gibran aus dem Buch “der Prophet” zum Thema Freundschaft:
Von der Freundschaft
Euer Freund ist die Erfüllung eurer Bedürfnisse. Es ist euer Feld, das ihr sät, indem ihr Liebe gebt, und mäht, indem ihr eure Dankbarkeit zeigt.
Und er ist der Tisch, an dem ihr esst, und der Kamin, an dem ihr Euch hungrig wärmt. Denn zu ihm kommt ihr, wenn ihr hungrig seid und wenn ihr Frieden sucht.
Wenn euer Freund offen seine Meinung sagt, dann fürchtet ihr weder das “Nein” eurer eigenen Meinung, noch haltet ihr das “ja” zurück.Und selbst wenn er schweigt, dann hört euer Herz nicht auf, seinem Herzen zuzuhören.
Denn in einer Freundschaft bedarf es keiner Wort:
Alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen werden geboren und geteilt mit einer Freude, die nicht auf Beifallsbekundungen aus ist.Wenn ihr Abschied nehmt von einem Freund, dann trauert ihr nicht.
Denn das, was ihr am meisten an ihm mögt, offenbart sich möglicherweise deutlicher während seiner Abwesenheit, genauso wie dem Bergsteiger ein Berg deutlicher erscheint, wenn er ihn aus der Ebene betrachtet.Und gebt eurem Freund euer Bestes. Wenn er schon die Ebbe euerer Gezeiten kennen lernen muss, dann lasst ihn auch die Flut kennen lernen.
Denn was wäre das für ein Freund, den ihr nur besuchen würdet, um die Zeit totzuschlagen?
Und versüsst euch eurer Freundschaft durch gemeinsames Lachen.Denn es sind die kleinen Dinge, die das Herz erfrischen wie der Tau am Morgen.