Nun, es war kein ganzer Tag im Tempel aber gestern war ich mit Neet in dem grössten Tempel in Bangkok dem Wat Po. Es ist eine gewaltige Tempelanlage und wie man sich vorstellen kann werden die Touristen dort Bus weise angekarrt. Interessant der Tempel alle mal.
Es gibt dort 4 grosse Türme, jeder Turm davon für einen Rama, einen König. So hat jeder der ersten vier Könige dort seinen Turm. Die nächsten Könige mussten auswandern mit ihrem Turm in andere Temple, denn dort war einfach kein Platz mehr.
In einem Haus ist eine Buddha Statue zu finden, welche über 40 Meter lang ist und komplett aus Gold hergestellt wurde. Es ist ein liegender Buddha welcher die Aktivität für Dienstag darstellt. Zur Erinnerung es gibt 7 Aktivitäten des Buddha in verschiedenen Stellungen, eine davon ist eine liegende und diese steht für Dienstag.
Eine gewaltige Statue und ein sehr interessantes Gelände auch wenn mir einfach zu viele Touristen dort waren.
Trotzdem habe ich dort noch die Buddha Statue für Samstag gefunden, das ist der Tag an dem ich geboren wurde. Naja Neet hat nachgesehen wann ich geboren wurde und der Tag wie auch das Jahr ist ziemlich wichtig, da es hier ja eine andere Zeitrechnung gibt als bei uns in Europa.
So habe ich dann auch in dem Tempel gebetet mit der Statue für Samstag. Neet hat mir freundlicherweise die Gebete vorgelesen, die man dort betet. Die meisten Tempel haben ein festes Gebet welches man dann eventuell wiederholen muss. Wir haben das Gebet 10 Mal wiederholen müssen. Und das auf Thai. Ich habe einfach Neet nachgesprochen und so habe ich das Gebet 10 mal in Thai gebetet.
Obwohl der Wat Po die gewaltigste Tempelanlage in Bangkok ist habe ich diese gar nicht so toll empfunden, weil diese einfach voller Touristen war und diese einfach wild Fotos geschossen haben, jedoch der Glaube und das was eigentlich hier passieren sollte ausser Acht gelassen haben. Klar, sie wissen es nicht, und ich wüsste es auch nicht, wäre nicht Neet an meiner Seite gewesen.
Vor diesem Tempel waren wir schon in zwei anderen Tempeln. Einer davon ist eigentlich kein richtiger Tempel sondern ein heiliger Schrein, wenn ich das so richtig übersetze, welcher 5 Spirits(Seelen oder Geister, wofür ich eher für Seele plädiere), welche wiederum Bangkok schützen vor negativen Einflüssen.
Diese 5 Seelen mit diesem Schrein sind extrem wichtig für den Glauben der Buddhisten hier in Bangkok und man betet dort regelmässig und gibt seine Spenden ab. Beten heisst hier eigentlich immer etwas zu spenden, meist gibt man 10 oder 20 Bath, welches nur ein paar Cent sind, 20 Bath sind glaube ich 50 Cent.
Man nimmt “meist” das Geld in die Hand faltet die Hände und betet zum Buddha, danach gibt man das Geld in die Sammelschale vor einem. Ich natürlich habe es anfangs ohne das Geld gemacht, dann hinterher das Geld gezückt aber ich wurde korrigiert, das war eben falsch. Überhaupt ist nie alles gleich.
Es gibt so viele Gebräuche hier, dass man es kaum glaubt und zu lernen ist es sicherlich nicht ganz so einfach. Vor dem Schrein kauften wir Blumen und Räucherstäbchen und eine Kerze. Zusammengebündelt in einem Bund.
Die Blumen gibt man dann in die Blumenschale, natürlich eine Blume für jeden Spirit.

Ja Dee Pra Ba Rom Ma Sa Ree Rik Ka Thach - Das Tor zum Himmel mit dem Tempel der Überreste des Buddha
Man zieht sich die Schuhe aus und verneigt sich 3 Mal wieder vor dem Buddha oder betet einmal wenn kein Buddha da ist. Dann zündet man die Kerze an und stellt sie zu den anderen Kerzen. Mit dieser Kerze wiederum steckt man die 3 Räucherstäbchen an und mit denen in der Hand wird gebetet. Anschliessend kommen die 3 Räucherstäbchen in einen Behälter mit Sand wo sie dann ausräuchern.
Das macht man dann bei jedem Spirit und in jedem Tempel in dem man ist macht man ähnliche Dinge. Wir haben dann noch Gold Plättchen gekauft und mit diesen wird dann der Buddha verziert. Es ist gar nicht so einfach mit dem Papier die Goldplättchen aufzubringen, damit diese auch halten. Aber mit ein wenig Wasser ist es einfacher. Natürlich mit heiligem Wasser, mit denen mich vorher Neet noch beträufelt hat.
Die Zeit geht schon drauf wenn man betet, sich ständig verneigt, Räucherstäbchen entzündet und den Buddha mit Goldplättchen verschönt. Alles in allem habe ich mich in diesem heiligen Schrein sehr wohl gefühlt.
Die dritte Station war der Wat Phu Kao Thong, einer der wichtigsten Tempel in Bangkok und überhaupt in Thailand. Das besondere an diesem Tempel ist zum einen die Lage.
Der Tempel liegt auf einem Berg auch der “golden Mountain” genannt. Man hat also einige Stufen zu erklimmen bis man dann bei dem Tempel angelangt ist. Der Tempel selber ist recht klein und spartanisch eingerichtet, es gibt nur eine kleine Buddha Statue in der Mitte.
Von dort aus geht es weitere Treppen nach oben, auch “stairways to heaven” genannt, weil man von dort wohl aus in den Himmel kommt. Naja ich war schon auf dem Weg dorthin, zumindest was die Treppen angeht.
Über den Treppen ist eine kleine Spitze des Tempels und das besondere an dieser Spitze des Tempels ist, dass dort Überreste des Buddha enthalten sind. Ein Teil Buddhas ist also wirklich hier an genau dieser Stelle. Ohne das zu wissen, hatte ich schon ein enormes warmes Gefühl als wir zu dem Tempel kamen. Ich fühlte irgendwie hier muss etwas besonderes sein.
Wir beteten wie immer im Tempel und genossen diese wunderbare Atmosphäre dieses so besonderen Ortes.
Ein Erlebnis der besonderen Art war dies auf jeden Fall.
Achja, fast hätte ich es vergessen, zu den Tempelanlagen kommt man nicht mit der Metro oder dem Skytrain, man muss mit dem Boot über eine der vielen Kanäle fahren. Mit dem Boot mussten wir einmal umsteigen denn einen direkten Weg gab es auch hier nicht. Es war schon sehr interessant mit dem Boot zu fahren, denn diese fahren in einer ganz schönen Geschwindigkeit über die Kanäle und wann dann andere Boote entgegenkommen schaukelt es ganz schön. Die Boote sind wie Nussschalen und an den Seiten kann man wenn das Boot losfährt dann schützende Planen vorziehen, damit man nicht nass wird. Eine günstige und witzige Methode sich in Bangkok fort zu bewegen.
Der Tag war für mich äusserst interessant und ich habe mal wieder viel über die buddhistischen Gebräuche gelernt.
Überhaupt gefällt mir die Art wie die Buddhisten denken, wie z.b. über schwule Männer, denn man hat dort keine negative Meinung es heisst man kann nichts daran ändern wie man geboren wird, aber seine Handlungen die kann man steuern. Ich finde es schön, dass es in der Buddhistischen Welt eine Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe gibt, die Christen tun sich ja noch immer schwer damit und verurteilen schwule Männer. Die Steuern nehmen sie gerne von den Schwulen aber akzeptieren möchte man sie nicht. Ich denke ich weiss schon warum ich mich seinerzeit von der evangelischen Kirche entfernt habe, sie entspricht einfach nicht meinem Gefühl der Gerechtigkeit. Wie schön, dass der Buddhismus so anders ist.
Morgen werde ich weiter reisen mit dem Flugzeug nach Chiang Rai. Eigentlich wollte ich direkt nach Chiang Mai, beide Städte sind im Norden gelegen, danke an Dirk, Du hattest mir noch gerade rechtzeitig vor der Buchung den Tip gegeben zunächst nach Chiang Rai und von dort aus mit dem Bus dann nach Chiang Mai zu reisen. In Chiang Rai werde ich mir das goldene Dreieck ansehen und mal schauen was es dort noch so gibt.
Kalt soll es dort sein, und so werde ich mir auf jeden Fall eine Jacke mitnehmen.
Fast vergessen hätte ich das Musical welches Neet aufgeführt hat mit seinen Freunden aus der Uni. ich war das erste Mal an einer thailändischen Uni und die Atmosphäre war schon toll muss ich sagen. Das Musical war klasse, und ich war sicher der einzige Farang (Ausländer) der dieses Musical gesehen hat. Das Musical wurde von der Klasse von Neet veranstaltet und man probte 2 Monate dafür. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und es gab gewaltigen Beifall. Anschliessend gab es eine Menge Fotos und ich als Farang war da schon ein begehrtes Fotoobjekt. So habe ich mich mit einigen Thais fotografieren lassen und hoffe ich bekomme auch ein paar dieser Bilder in den nächsten Tagen.
Dieses Jahr ist das Jahr des Drachens nicht nur in China sondern auch in Thailand. Jedes Jahr hat ein Tier als Symbol und dieses Tier wiederholt sich alle 12 Jahre.
Die letzten Tage waren auf jeden Fall für mich ein ausserordentliches Erlebnis und ich werde noch lange an diese schönen Tage denken.
Hi Thomas, dass ist ja ein richtiger Abenteuerurlaub!!! Wow! Geniess die Reise in vollen Zuegen, bin auf weitere Berichterstattung gespannt… Pass auf Dich auf und fühl Dich fest gedrückt!!! Diana